Ratgeber
Pseudomonas aeruginosa

Was sind Pseudomonas-Bakterien und wo kommen sie vor?
Pseudomonas-Bakterien gehören zur Gattung der gramnegativen, stäbchenförmigen Bakterien. Sie gehören zu den biofilmbildenden Organismen, so dass sie sich zu dichten Lebensgemeinschaften formieren. Daher sind sie deutlich resistenter und bestens an ihre Umgebung angepasst. Sie finden ideale Bedingungen in Wasser, Nasszellen, feuchten Umgebungen, eben auch in medizinischen Einrichtungen und medizinischen Geräten.
Einige Arten, z. B. Pseudomonas aeruginosa, können humanpathogen sein, das bedeutet, dass sie zu Erkrankungen des Menschen führen. Typische Krankheitsbilder sind nosokomiale Lungenentzündungen, Wund- und Harnwegsinfektionen sowie Blutstrominfektionen (Sepsis). Besonders problematisch ist, dass die meisten Stämme als antibiotikaresistent gelten. Speziell bei immungeschwächten Personen führen solche Krankheitsbilder zu einer hohen Sterblichkeitsrate.
Warum ist es wichtig, Wasser auf Pseudomonaden untersuchen zu lassen?
Um das Risiko einer durch Pseudomonas aeruginosa hervorvorgerufenen Erkrankung zu minimieren, ist die Untersuchung von Wasserproben auf diesen Keim im akkreditierten Prüflabor entscheidend.
Verschiedene rechtliche Regelungen wie die Trinkwasserverordnung (TrinkwV), DIN EN ISO 16266 oder KRINKO beschreiben die Pflicht und die Vorgehensweise zur Untersuchung von Pseudomonas aeruginosa in Wasser. In einem für entsprechende Wasseruntersuchungen akkreditierten Labor wird die Kontamination und Konzentration einer Probe auf Pseudomonas bestimmt.
Je nach Zweck kommt hierfür entweder das Filtrationsverfahren oder Spatelverfahren zum Einsatz. Ein für den Nachweis von Pseudomonaden geeignete Nährboden ist der Cetrimid-Agar, der anschließend im Brutschrank bebrütet und ausgewertet wird.
Der Grenzwert für Pseudomonas aeruginosa in Trinkwasser liegt bei null (0 KBE/100 ml).
Lassen Sie ihr Wasser mindestens jährlich gemäß den rechtlichen Anforderungen auf Trinkwasserqualität, insbesondere auch auf Pseudomonas aeruginosa testen.
Zu den normgerechten Untersuchungspaketen:
Zur jährlichen Untersuchung des Prozess-/Betriebswassers auf Trinkwasserqualität für die Instrumentenaufbereitung (Steriraum) gemäß KRINKO i.V.m. DIN EN ISO 15883:
Dieses Untersuchungspaket umfasst zusätzlich auch die Untersuchung auf Legionellen:
Auch das Wasser aus den Behandlungseinheiten in der HNO-Praxis oder der Zahnarztpraxis ist einmal pro Jahr auf Pseudomonas aeruginosa und weitere Keime zu untersuchen. Zu den Komplettpaketen gemäß Norm:
Speziell für die maschinelle Aufbereitung von Medizinprodukten ist auch das Nachspülwasser aus RDGE 1/4-jährlich auf Keimzahl, Pseudomonas aeruginosa, Legionellen, pH-Wert und elektrische Leitfähigkeit zu testen.
Um Risiken einer durch Pseudomonas aeruginosa hervorgerufenen Infektion zu minimieren sind auch
- Schwimmbadwasser (SET-BAD)
- Desinfektionsmittellösungen aus Dosiergeräten (SET-DES-D)
- Umlaufwasser aus raumlufttechnischen Anlagen (SET-UMLAUF-RLT) und
- Dialysewasser (SET-WA-DIA)
mindestens jährlich auf Pseudomonas aeruginosa zu testen.
Bei allen Untersuchungen dürfen Pseudomonas aeruginosa im Labor nicht nachweisbar sein; bei SET-UMLAUF-RLT gilt ein Richtwert von < 100 KBE/100 ml).
Wie kann man Pseudomonas vermeiden bzw. vorbeugen?
Pseudomonas kann sich vor allem in Wassersystemen stark vermehren. Wird der Biofilm größer, erhöht dieser das Risiko, dass sich Pseudomonaden ansiedeln. Auch ist stehendes Wasser zu vermeiden und der Perlator (Strahlregler) regelmäßig zu entkalken, damit Wasser ungehindert abfließen kann. Vermeiden und vorbeugen ist auf Grund der Infektionsproblematik vor allem in medizinischen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Pflegeeinrichtungen besonders wichtig.
Um die Ausbreitung von Pseudomonas zu verhindern, ist es unerlässlich, das Leitungswasser regelmäßig, z.B. jährlich mikrobiologisch untersuchen zu lassen, insbesondere auf Koloniezahl, E. coli, coliforme Keime, Enterokokken und Pseudomonas aeruginosa:
Selbstverständlich sind auch die übrigen o.a. Tests auf Pseudomonas regelmäßig in Schwimmbadwasser, Desinfektionsmittellösungen aus Dosiergeräten sowie Umlaufwasser aus raumlufttechnischen Anlagen und Dialysewasser durchzuführen. Nur so kann man einer weiteren Verbreitung vorbeugen.
Wie kann man Pseudomonas im Wasser bekämpfen bzw. abtöten?
Das Vorhandensein von Pseudomonas in Trinkwasseranlagen stellt bereits in geringen Mengen eine ernsthafte Bedrohung für die Nutzer und damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.
Wird Pseudomonas im akkreditierten Prüflabor nachgewiesen, sollte als erster Schritt eine gründliche Intensivdesinfektion der Anlage durchgeführt werden. Der entstandene Biofilm lagert sich bevorzugt in Membranen und Dichtungen ab, die selbst durch präventive Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen oft nicht ausreichend durchgespült werden, um die Keimbelastung vollständig zu beseitigen.
Führt eine Intensivdesinfektion nicht zum vollständigen Abtöten des Keims, so können auch technische und bauliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sein.
In jedem Fall ist zur Gefahrenabwehr das Auffinden der Keimquelle und die Entfernung von Pseudomonas aeruginosa aus der Trinkwasseranlage bzw. dem Gerät zwingend notwendig. Anschließend ist eine Nachtestung zur Bestätigung der erfolgreichen Bekämpfung dieses problematischen Keims erforderlich.













